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AKUSTIKMATERIALIEN

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Wissen
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In der Raumakustik kommen neben speziellen „schwingenden“ Konstruktionen vor allem sogenannte poröse Absorber zum Einsatz. Dabei handelt es sich um offenporige bzw. offenzellige Strukturen, die Luft grundsätzlich passieren lassen, ihr bei der Durchströmung aber einen Widerstand entgegensetzen. Dieser Widerstand wandelt Schall in Wärme um und sorgt so für eine Dämpfung der Luftbewegung. Das bezeichnen wir im Allgemeinen als Absorption. Hauptsächlich werden PU-Schäume und Schäume aus Melaminharz und Mineralwolle verwendet. Insgesamt wirken diese gleich, allerdings unterscheiden sie sich in vielen Eigenschaften deutlich.

MaterialPrimärer EinsatzzweckAkustische WirkungMontage & VerarbeitungBesonderheiten / Nachteile
Polyurethan (PU)Effiziente Breitband-AbsorberSchallabsorbierend (offenporig)Einfach zu schneiden, kleben und schraubenGünstig, leicht und elastisch. Darf nicht bemalt werden.
BasotectHochwertige Absorber (auch Industrie), EckaufstellungSchallabsorbierend (offenporig), gute Tiefenabsorption (mit Membran)Kleben, aufhängen, in Kassettendecken einlegenBricht/krümelt leicht, nicht schraubbar. Schwer entflammbar. Darf nicht bemalt werden.
MineralwolleWandisolierung (Steinwolle), Absorber-Kästen (Glaswolle)Schallabsorbierend, wärmeisolierendEinbau in Wände oder geschlossene Kästen mit StoffabdeckungReizt Haut und Atemwege bei offener Nutzung (muss abgedeckt sein).
EPS (Styropor)DiffusorenSchallbrechend und reflektierend (durch die Form)KlebenNicht offenporig (kein Absorber). Bemalbar, aber lösungsmittel-empfindlich.
HolzDiffusoren, Rahmen für AkustikmoduleReflektierendSchrauben (selten kleben)Schwer, aber edle Optik. Kann lackiert, lasiert und gebeizt werden.

Polyurethan (PU)

Material
Polyurethan (PU)
Primärer Einsatzzweck
Effiziente Breitband-Absorber
Akustische Wirkung
Schallabsorbierend (offenporig)
Montage & Verarbeitung
Einfach zu schneiden, kleben und schrauben
Besonderheiten / Nachteile
Günstig, leicht und elastisch. Darf nicht bemalt werden.

Basotect

Material
Basotect
Primärer Einsatzzweck
Hochwertige Absorber (auch Industrie), Eckaufstellung
Akustische Wirkung
Schallabsorbierend (offenporig), gute Tiefenabsorption (mit Membran)
Montage & Verarbeitung
Kleben, aufhängen, in Kassettendecken einlegen
Besonderheiten / Nachteile
Bricht/krümelt leicht, nicht schraubbar. Schwer entflammbar. Darf nicht bemalt werden.

Mineralwolle

Material
Mineralwolle
Primärer Einsatzzweck
Wandisolierung (Steinwolle), Absorber-Kästen (Glaswolle)
Akustische Wirkung
Schallabsorbierend, wärmeisolierend
Montage & Verarbeitung
Einbau in Wände oder geschlossene Kästen mit Stoffabdeckung
Besonderheiten / Nachteile
Reizt Haut und Atemwege bei offener Nutzung (muss abgedeckt sein).

EPS (Styropor)

Material
EPS (Styropor)
Primärer Einsatzzweck
Diffusoren
Akustische Wirkung
Schallbrechend und reflektierend (durch die Form)
Montage & Verarbeitung
Kleben
Besonderheiten / Nachteile
Nicht offenporig (kein Absorber). Bemalbar, aber lösungsmittel-empfindlich.

Holz

Material
Holz
Primärer Einsatzzweck
Diffusoren, Rahmen für Akustikmodule
Akustische Wirkung
Reflektierend
Montage & Verarbeitung
Schrauben (selten kleben)
Besonderheiten / Nachteile
Schwer, aber edle Optik. Kann lackiert, lasiert und gebeizt werden.

Polyurethan

Polyurethan, kurz PU, ist ein sehr häufig eingesetzter Kunststoff, der auch aufgeschäumt werden kann. Wichtig für die Verwendung als Absorber ist seine Offenporigkeit. Insbesondere PU-Schäume auf Etherbasis zeichnen sich durch eine sehr gute Alterungsbeständigkeit aus. Bei guter Formstabilität ist PU-Schaum trotzdem elastisch, bricht nicht und ist außerdem sehr leicht.
Diese Kombination und seine geringen Kosten, prädestinieren ihn als effizienten Schallabsorber.  PU-Schäume lassen sich außerdem unkompliziert schneiden sowie kleben und schrauben. Polyurethanschäume sind in einigen Farben erhältlich, sollten allerdings nicht selbst bemalt werden. Dies würde ihre offenporige Struktur zerstören. 

Basotect

Basotect ist der Markenname eines offenporigen Schaumes von BASF SE, der aus Melaminharz gefertigt wird und ebenfalls in vielen Absorbern zum Einsatz kommt. Basotect ist im Allgemeinen leichter als PU-Schaum, dämmt besser gegen Temperaturen und brennt schlechter. Er wird deshalb oft in der Industrie eingesetzt. 

Weiterhin ist er weniger flexibel als PU-Schaum, was allerdings Vor- und Nachteil zugleich ist. Basotect-Platten können somit beispielsweise wie ein Bild aufgehängt, in Ecken gestellt werden oder in Kassettendecken eingebracht werden. Sie brechen allerdings deutlich leichter und krümeln dabei auch ein wenig. Sie anzuschrauben ist im Gegensatz zu PU-Schaum nicht möglich.
Oftmals werden Basoctect-Platten auf der einen Seite mit einer Klebefolie ausgestattet und zusätzlich auf der anderen Seite mit einer Membran kaschiert, was die Tiefenabsorption erhöht und sie unempfindlicher gegen Belastungen macht. Basotect ist auch in Weiß erhältlich, was ihn optisch flexibel einsetzbar macht. Ein Bemalen ist nicht möglich, da es die offenporige Struktur zerstört.

Mineralwolle

Mineralwolle ist der Klassiker im Schall-und Wärmeschutz und wird in der Bauindustrie massenweise eingesetzt. Man unterscheidet bei mineralisch-synthetischen Dämmstoffen grob zwischen Glas- und Steinwolle, die sich in ihrem Mischungsverhältnis aus geschmolzenen Stein, Sand und Glas unterscheiden.
Eine Pauschalisierung, welches Material die besseren akustischen Eigenschaften hat, ist nicht zielführend und muss auf den Anwendungszwecke bezogen werden. Grundsätzlich gilt für akustische Zwecke: Steinwolle wird oftmals zum Isolieren in den Wänden eingesetzt, Glaswolle hingegen vor allem in „offenen“ Absorbern. Komplett offen im Raum sollten aber beide nicht eingesetzt werden, da Krümel und Staub die Haut und Atmungsorgane reizen. Deshalb werden sie hauptsächlich in geschlossen Kästen genutzt, die Baumwollstoffe zur Abdeckung nutzten. Seit 1998 ist in Deutschland nur noch Mineralwolle zugelassen, die nicht als krebsverdächtig gilt – für ältere Baustoffe muss das allerdings nicht gelten.

Es gibt Elemente zur Verbesserung der Akustik, die nicht direkt aufgrund ihres Materials absorbieren, sondern erst durch ihre Baukonstruktion. Deshalb ist es auch nicht schlimm, dass diese Materialien eine glatte Oberfläche besitzen. Im Folgenden nur ein Auszug entsprechender Materialien:

EPS

EPS bedeutet "expandiertes Polystyrol" und beschreibt einen Schaumstoff, der besser unter seinem Markennamen „Styropor“ bekannt ist. Im Gegensatz zu PU-Schaum und Basotect ist dieser allerdings nicht offenporig und damit per se nicht als Absorbermaterial geeignet. Er wird deshalb auch nur bei Diffusoren oder ähnlichen Konstrukten verwenden, die den Schall zwar durch ihre Form „diffus“ aufbrechen, ihn dabei aber dennoch grundsätzlich reflektieren.
Einige Diffusoren weisen zwar auch absorbierende Eigenschaften auf. Diese sind allerdings auf ihre Form und nicht das Material zurückzuführen sowie im Allgemeinen zu vernachlässigen. Ein Bemalen ist möglich, allerdings muss man bei der Wahl der Farbe und ihrer Lösungsmittel aufpassen, damit diese das Styropor nicht zerstören.

Holz

Holz ist nicht offenporig und bietet keine absorbierende Wirkung, wird allerdings trotzdem gerne zum Bau der Rahmen von Akustikmodulen genutzt. Auch viele Diffusoren werden aus Holz gefertigt, was ihnen eine edle Optik verleiht. Holz ist in der Menge, die bei vielen Akustikelementen eingesetzt wird, allerdings nicht leicht und kann somit nur in seltenen Fällen geklebt werden. Grundsätzlich werden Module aus Holz angeschraubt. Holz kann außerdem lackiert, lasiert und gebeizt werden.



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